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1. Themenblock: Behinderungen, Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten

Aller Orten wird mittlerweile integriert und inkludiert. Ob an Integrationskitas, Inklusions-Schulen, oder sonstwo - die bisherigen Differenzierungstypen werden immer weiter aufgehoben. Bei diesen Bemühungen um die Aufhebung von sozialen Unterschieden wird der Blick auf eine Gruppe besonders verstellt – die MitarbeiterInnen der Kitas.

Im Fortbildungsblock „Behinderungen und Entwicklungsstörungen" werden mit den MitarbeiterInnen aktuelle Fragestellungen rund um die Themen Inklusion und Integration bearbeitet, um den pädagogischen Werkzeugkoffer mit dem notwendigen Rüstzeug zu füllen und theoretisches Grundwissen zu vermitteln.


1.1 Definitionen von Behinderungen und Entwicklungsstörungen
(Theorieorientiertes Einführungsseminar)

Im Seminar werden verschiedene Formen von Behinderung und Entwicklungsstörungen auf Grundlage des ICD 10 und der Funktionalen Analytik nach Schleiffer beschrieben. Wir beziehen uns dabei auf die Auffälligkeiten, die sich typisch im Kita-Alltag wiederfinden. Die verschiedenen Diagnosen werden dabei entlang aktueller Theorieansätze beleuchtet. So können durch die Kita-Teams Tendenzen bezüglich Behinderungen und Entwicklungsstörungen professioneller wahrgenommen werden.

Im Einzelnen gehen wir ein auf:

  • ADHS
  • Verhaltensstörungen
  • Emotionale Störungen
  • geistige Behinderungen
  • psychische Störungen
  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Störungen durch Alkohol/Drogenmissbrauch

1.2 Umgangsweisen mit Auffälligkeiten durch Behinderungen und Entwicklungsstörungen
(Praxisorientierte Fallarbeit)

Um dem hektischen Kita-Alltag professionell zu meistern sind tägliche Rituale unabdingbar. Vermehrt werden jedoch Kita-Teams mit Kindern mit Behinderungen und Entwicklungsstörungen konfrontiert. Wie aber kann das Kita-Team reagieren, wenn Kinder mit besonderen Auffälligkeiten die notwendigen alltäglichen Routinen hemmen? Das Wissen um die Besonderheiten einer Behinderung oder Störung stellt die Voraussetzung dar, um fachliche Methoden anzuwenden und so dennoch professionell den Arbeitsalltag zu gestalten.

Im Seminar wird auf Praxis-Fälle eingegangen und es werden Lösungen für aktuelle Problemlagen erarbeitet. Die vermittelten Methoden und Maßnahmen sind praxiserprobt und werden von Dozenten vermittelt, die ebenfalls aus der Praxis komme.


1.3 Behinderungen und Störungen – Psychiatrische Konstruktionen, oder wie?
(Übungsorientiertes Seminar mit theoretischen Einheiten)

Demokrit bezeichnete Epilepsie (morbus sacer) als die heilige Krankheit – heute wird Epilepsie als psychiatrische Krankheit diagnostiziert. Störungsbilder und psychiatrische Diagnose-Beschreibungen sind eben dies – soziale Beschreibungen, abhängig vom jeweiligen Kontext.

In diesem Seminar geht es darum, aktuelle Beschreibungen von Entwicklungsstörungen und Behinderungen systematisch und systemisch zu hinterfragen. So eröffnet sich der Spielraum, die Auffälligkeiten weniger stigmatisierend zu beobachten und alternative Herangehensweisen zu erarbeiten.